Filmproduktion: Der Hof der wilden Tiere (NDR Nordstory, 2011)
NDR, Doku-Reportage, 60 Minuten Redaktion: Ralf Bartels, Kamera: André Konarske Sendetermin: 23.09.2011 um 20.15
Im Frühjahr wird es wild auf dem Hof von Dirk Fußbahn in dem kleinen Dörfchen Fiel in Dithmarschen. Zusammen mit seiner Frau und den drei Kindern betreibt er die Wildtierhilfe Fiel, die Auffangstation für alles, was aus dem Nest fällt, von Hunden aufgestöbert wird oder vors Auto gelaufen ist. Hunderte verletzte oder verwaiste Wildtiere werden jedes Jahr dort abgegeben. Alle werden von der Familie liebevoll und artgerecht versorgt. Immer mit dem gleichen Ziel. Wenn die Zeit reif ist, geht´s zurück in die Wildnis. Tiersäuglinge wie Rehe, Wildschweinfrischlinge oder Marder brauchen eine Rund-um-die-Uhr –Betreuung im heimischen Wohnzimmer.
Die Aufzucht der Rehkitze ist das Spezialgebiet von Mutter Rosie. Dutzende hat sie in den letzten Jahren aufgepäppelt. In der Zeit von Mai bis Juli sind die meisten erst wenige Tage alt und müssen im Stunden-Takt mit der Flasche gefüttert werden – an Durchschlafen ist in dieser Zeit nicht zu denken. Die Handaufzucht von Rehkitzen ist besonders schwierig, und trotz Rosies langjähriger Erfahrung bekommt sie nicht alle durch, denn viele von ihnen werden schon sehr geschwächt in die Wildtierhilfe gebracht.
Wir Fußbahns sind sicherlich tierverrückt, aber nicht wahnsinnig sagt Vater Dirk . Er weiß was er tut, denn der gelernte Tierarzt-Helfer hat lange in Zoos und Tierparks als Pfleger gearbeitet. Er ist ein inzwischen ein wandelndes Tierversorgungslexikon – und sein Fachwissen hat sich herumgesprochen. Eine ganze Affenbande, die von den Behörden aus einer Privathaltung beschlagnahmt wurden, ist inzwischen ebenfalls bei den Fußbahns untergebracht.
Die Wildtierhilfe Fiel ist das Lebenswerk der Familie. 7 Tage die Woche, 24 Stunden rund um die Uhr. Für ihr Engagement wurden die Fußbahns oft geehrt und ausgezeichnet, seit 3 Jahren ist ihre Wildtierhilfe ein gemeinnütziger Verein, der nun auch Spenden annehmen kann – anders wäre das nicht mehr zu schaffen. Denn inzwischen leben in Spitzenzeiten bis zu 600 Findlinge auf dem Hof der Wilden Tiere.
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